Cloud-Datensouveränität und KI-Souveränität: Warum Schweizer KMU jetzt handeln müssen
# Cloud-Datensouveränität und KI-Souveränität: Warum Schweizer KMU jetzt handeln müssen
**Kategorie:** Cloud & KI **Datum:** 13. Februar 2026 **Autor:** Creative Web Studio GmbH **Lesezeit:** 8 Minuten
Einleitung
Die digitale Transformation schreitet unaufhaltsam voran. Schweizer KMU setzen zunehmend auf Cloud-Services und künstliche Intelligenz, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch während über 70 Prozent der Schweizer Unternehmen bereits Public-Cloud-Lösungen nutzen, stellt sich eine entscheidende Frage: Wer kontrolliert eigentlich unsere Daten? Eine aktuelle Accenture-Umfrage zeigt, dass 64 Prozent der Schweizer Unternehmen ihre Investitionen in Datensouveränität erhöhen wollen. Gleichzeitig warnen Datenschutzbeauftragte vor den Risiken internationaler Cloud-Anbieter. In diesem Artikel beleuchten wir, warum Cloud-Datensouveränität und KI-Souveränität für Schweizer KMU zur strategischen Priorität werden und wie Sie Ihre Daten sicher in der Cloud nutzen können.
Schweizer Daten in fremden Clouds: Die unterschätzten Risiken
Cloud Computing bietet zweifellos enorme Vorteile: Skalierbarkeit, Kosteneffizienz und Flexibilität. Doch die Entscheidung für einen Cloud-Anbieter hat weitreichende Konsequenzen, die über technische Aspekte hinausgehen. Besonders bei internationalen Hyperscalern wie AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud entstehen Risiken, die viele Schweizer Unternehmen unterschätzen.
Das grösste Problem liegt im physischen Speicherort der Daten. Selbst wenn ein Unternehmen in der Schweiz ansässig ist, können seine Daten in Rechenzentren im Ausland gespeichert werden. Dies betrifft nicht nur die Hauptdaten, sondern auch Backups, Logs und temporäre Dateien. Die Zürcher Datenschutzbeauftragte Dominika Blonski warnte bereits im November 2025 eindringlich vor den Risiken der Abhängigkeit von US-IT-Services. Der Grund: US-amerikanische Anbieter unterliegen dem CLOUD Act und dem Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA). Diese Gesetze ermöglichen US-Behörden unter bestimmten Bedingungen den Zugriff auf Daten, selbst wenn diese physisch ausserhalb der USA gespeichert sind.
Für Schweizer Unternehmen, die mit sensiblen Daten arbeiten, stellt dies ein schwer kalkulierbares Risiko dar. Wer Personendaten in US-Clouds speichert, riskiert Verstösse gegen das revidierte Datenschutzgesetz (DSG) und potenzielle Klagen von Kunden. Die Intransparenz bei der Datenverarbeitung erschwert es zusätzlich, die tatsächliche Kontrolle über die eigenen Informationen zu behalten.
Ein weiterer oft übersehener Aspekt ist die Vertragsbindung. Unternehmen, die sich tief in ein proprietäres Cloud-Ökosystem eingekauft haben, stehen vor hohen Exit-Kosten. Der Wechsel zu einem anderen Anbieter ist dann technisch, finanziell und organisatorisch kaum noch zu bewältigen. Die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter kann langfristig die strategische Handlungsfähigkeit einschränken.
Was bedeutet Datensouveränität konkret?
Datensouveränität bezeichnet das Prinzip, dass ein Unternehmen jederzeit die volle Kontrolle über seine eigenen Daten behält. Es geht dabei nicht nur um technischen Datenschutz, sondern um die rechtliche, wirtschaftliche und operative Verfügungsgewalt. Konkret bedeutet das: Wer darf auf Daten zugreifen? Wo genau werden sie gespeichert? Welche gesetzlichen Rahmenbedingungen gelten im Ernstfall?
Die neue Datenschutzgesetzgebung der Schweiz sowie die europäische DSGVO unterstreichen, wie wichtig Transparenz und Verantwortlichkeit geworden sind. Unternehmen verarbeiten heute oft hochsensible Daten aus dem Gesundheitsbereich, der Industrie oder dem Finanzsektor. Der Schutz dieser Informationen ist nicht nur ein Compliance-Thema, sondern Teil der geschäftlichen Vertrauenswürdigkeit.
Eine aktuelle Accenture-Umfrage unter 1928 Organisationen aus 28 Ländern zeigt: 62 Prozent der europäischen Organisationen setzen bereits auf souveräne KI-Lösungen. In der Schweiz liegt dieser Wert bei 56 Prozent, während Deutschland mit 72 Prozent zu den Vorreitern zählt. Besonders bemerkenswert: 84 Prozent der Schweizer Unternehmen legen Wert auf die physische Präsenz von Rechenzentren in der Schweiz, verglichen mit 73 Prozent im europäischen Durchschnitt. Dies zeigt, dass Schweizer KMU die Bedeutung lokaler Datenspeicherung erkannt haben.
Cloud-Services und KI sicher nutzen: Der pragmatische Ansatz
Die gute Nachricht: Datensouveränität und moderne Cloud-Services schliessen sich nicht aus. Mauro Capo, Leiter Digitale Souveränität EMEA bei Accenture, erklärt: "Bei souveräner KI geht es um massgeschneiderte Kontrolle. Organisationen entscheiden je nach Anwendungsfall, welchen Grad an Souveränität sie benötigen." Dies reicht von lokaler Datenresidenz bis zu vollständig isolierten Systemen in besonders sensiblen Bereichen.
Schweizer Cloud-Anbieter bieten hier einen entscheidenden Vorteil. Wenn Sie mit einem lokalen Anbieter zusammenarbeiten, bleiben Ihre Daten im Land und unterliegen ausschliesslich dem Schweizer Recht. Dies macht die rechtlichen Rahmenbedingungen planbar, gerade bei sensiblen oder personenbezogenen Informationen. Lokale Anbieter hosten in zertifizierten Rechenzentren mit Standortgarantie und bieten oft eine offene Architektur, die eine einfache Datenmigration ermöglicht und die Abhängigkeit reduziert.
Ein weiterer Vorteil ist die Transparenz in der Infrastruktur. Sie wissen genau, wo Ihre Daten gespeichert sind, wer Zugriff hat und welche Sicherheitsmassnahmen greifen. Moderne Schweizer Anbieter müssen sich technologisch keineswegs verstecken. Lösungen auf Basis von Kubernetes, Object Storage, Container-Hosting oder skalierbarem Backup stehen in Leistung und Funktionalität den globalen Playern in nichts nach, bieten aber ein deutlich anderes Vertrauensverhältnis.
Für die sichere Nutzung von Cloud-Services und KI sollten Schweizer KMU folgende Fragen klären: Wo werden meine Daten physisch gespeichert und von wem? Unterliegen die Server und die Datenhaltung ausschliesslich dem Schweizer Recht? Wer kann auf meine Daten zugreifen, auch im Krisen- oder Ermittlungsfall? Wie einfach kann ich die Daten migrieren oder den Anbieter wechseln? Sind Vertragslaufzeiten, Ausstiegsklauseln und Kostenmodelle nachvollziehbar und transparent?
Schweizer Firmen wünschen sich mehr KI-Souveränität
Die Investitionsbereitschaft in Datensouveränität steigt deutlich. 64 Prozent der Schweizer Unternehmen wollen in den nächsten zwei Jahren ihre Ausgaben für Souveränität und Kontrolle über Cloud, KI, Daten und Sicherheit erhöhen, verglichen mit 60 Prozent im europäischen Durchschnitt. Marco Huwiler, Country Managing Director für Accenture in der Schweiz, bringt das Dilemma auf den Punkt: "Europa befindet sich in einem Zwiespalt: Einerseits müssen wir die KI-Einführung beschleunigen, andererseits stammen die meisten Technologien nicht von hier."
Doch trotz der steigenden Investitionsbereitschaft klafft eine strategische Lücke. Nur 20 Prozent der Schweizer Befragten sehen in souveräner KI einen Wettbewerbsvorteil, während 46 Prozent die Einhaltung von Compliance-Vorschriften als Hauptgrund für die Einführung nennen. Dies zeigt, dass viele Unternehmen das Thema noch primär als regulatorische Pflicht betrachten, nicht als strategische Chance.
Besonders problematisch: Die Verantwortung für KI-Souveränität ist selten auf der obersten Führungsebene angesiedelt. Nur bei 14 Prozent der Schweizer Unternehmen ist KI-Souveränität eine Aufgabe der Geschäftsleitung. Meist verantworten Chief Compliance oder Risk Officers (36 Prozent) oder die IT-Abteilung (32 Prozent) das Thema. Dies führt dazu, dass strategische Chancen ungenutzt bleiben und das Thema nicht die Aufmerksamkeit erhält, die es verdient.
Gleichzeitig erwarten 82 Prozent der Schweizer Organisationen, dass der Staat die digitale Souveränität durch Regulierung oder Investitionen stärkt. Im Juli 2025 gründeten Vertreter des Bundes, der Stadt Zürich, der Post und der Berner Fachhochschule das "Netzwerk SDS" mit dem Ziel, den Austausch in Sachen digitaler Souveränität in der Schweiz zu fördern. Dies zeigt, dass das Thema auch auf politischer Ebene an Bedeutung gewinnt.
Praktische Schritte zur Umsetzung
Datensouveränität lässt sich nicht durch Technik allein sichern. Es braucht ein Gesamtkonzept, das sowohl rechtliche, strategische als auch organisatorische Aspekte berücksichtigt. Eine souveräne Cloud-Strategie bedeutet auch: Den Notausgang mitplanen. Wer von Anfang an eine Exit-Strategie mitdenkt, behält langfristig die Kontrolle. Dazu gehört die Wahl offener Standards, eine saubere Dokumentation und die klare Trennung von Applikation und Infrastruktur.
Schweizer KMU sollten bei der Auswahl eines Cloud-Anbieters folgende Kriterien prüfen: Garantiert der Anbieter, dass Daten ausschliesslich in Schweizer Rechenzentren gespeichert werden? Bietet er transparente Informationen über Datenzugriff und Sicherheitsmassnahmen? Ermöglicht die Architektur eine einfache Migration zu anderen Anbietern? Sind die Vertragsbedingungen fair und transparent? Bietet der Anbieter persönlichen Support und kurze Entscheidungswege?
Die Zusammenarbeit mit einem Schweizer Cloud-Anbieter schafft dabei nicht nur technische Sicherheit, sondern auch Vertrauen in die Rahmenbedingungen. In einem Umfeld, in dem Datenverantwortung zum Markenkern geworden ist, ist das ein zentraler Faktor für nachhaltigen Erfolg.
Fazit: Souveränität als strategischer Wettbewerbsvorteil
Cloud-Datensouveränität und KI-Souveränität sind keine technischen Randthemen mehr, sondern strategische Prioritäten für Schweizer KMU. Die Risiken internationaler Hyperscaler sind real und können zu Compliance-Verstössen, Vertrauensverlust bei Kunden und eingeschränkter Handlungsfähigkeit führen. Gleichzeitig bieten lokale Schweizer Cloud-Anbieter leistungsfähige Alternativen, die Datensouveränität mit moderner Technologie verbinden.
Die Investitionsbereitschaft ist vorhanden, doch viele Unternehmen betrachten das Thema noch primär als Compliance-Pflicht statt als strategische Chance. Wer Datensouveränität von Anfang an mitdenkt, gewinnt nicht nur rechtliche Sicherheit, sondern auch einen Wettbewerbsvorteil. Kunden und Partner schätzen Transparenz und Vertrauenswürdigkeit im Umgang mit sensiblen Daten.
Als IT-Partner für Schweizer KMU unterstützen wir Sie bei der Auswahl der richtigen Cloud-Strategie. Ob Migration zu einem Schweizer Cloud-Anbieter, Implementierung souveräner KI-Lösungen oder Entwicklung einer Exit-Strategie – wir begleiten Sie auf dem Weg zur digitalen Souveränität. Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Erstberatung und erfahren Sie, wie Sie Ihre Daten sicher in der Cloud nutzen können.
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